Dead Man's Jest

Logbuch des Kapitäns - 6

In Wolfe's Höhle

Unsere Suche nach dem Schatz von Sirius Wolfe hat uns an seltsame Orte geführt. An der Stelle, die uns das Rätsel der heiligen Nuss angezeigt hatte, fanden wir tatsächlich einen versteckten Höhleneingang, den schon lange niemand mehr benutzt zu haben schien. In der Höhle fanden wir einen Flusslauf und ein verstecktes kleines Boot, über dessen Zweck an diesem Ort wir spekulierten – ein schneller Fluchtweg oder der einzige Weg zum Schatz? Nach einigem hin und her entschieden wir uns jedoch dagegen, dieses Gefährt zu besteigen und der Strömung zu folgen. Stattdessen untersuchten wir das Tunnelsystem auf der anderen Seite des Flüsschens. Wir trafen auf einen Eyekiller, der uns in einen heftigen Kampf verwickelte. Als er Juri mit seinem schönen Schwanz umschlungen hielt, dachte ich kurz, es sei aus mit dem alten Mann. Aber er ist doch zäher, als man denkt. Entgegen meiner Entscheidung, die Bestie leben zu lassen und weiterzuziehen bestanden Livia und Juri darauf, das Problem endgültig zu lösen. Auf unserem weiteren Weg wären wir fast von einer riesigen Katapultkugel erschlagen worden, die plötzlich auf der Decke eines Höhlenraumes auf uns niedersauste, aber mit einigem Glück konnten wir ohne weitere Verletzungen tiefer in die Eingeweide dieser unterirdischen Festung eindringen. Hinter einer rostigen Eisentür trafen wir auf sieben Jujuzombies, die wir allesamt zur Strecke brachten. Bei Ihnen fand sich die eigenartige Nachricht »Made with loving care – Grunesha the Crone«. Unser gemeinsames Wissen gaben her, dass Grunesha für Wolfe gearbeitet hat und irgendjemand meinte sich auch von einer geheimen Liebe der alten Frau für ihren Kapitän munkeln gehört zu haben.
Bald darauf trafen wir auf einen grotesken Fleischdämon, der aus Teilen gestorbener Matrosen zusammengesetzt zu sein scheint. Nach einer seiner vielen Tätowierungen nennen wir ihn Davy und tatsächlich konnte ich erraten, dass das Codewort, mit dem man ihn kontrolliert, ›Sirius‹ ist kontrolliert so konnten einen Kampf mit ihm vermeiden. Dass uns dieses Untote Wesen jetzt begleitet ist mir gar nicht recht und ich hoffe meinen Leuten ist klar, dass wir ihm am Ende unserer Mission den Frieden schenken müssen, den er – oder vielleicht besser, den sie alle – schon so lange verdient haben.
Eine Druckfalle, die uns fast erwischt hätte, konnte Juri geschickt ausschalten und so kamen wir in eine Höhle, deren Boden teilweise unter Wasser lag. Hier trafen wir auf den Sumpftroll Deg, den Livia in ein Gespräch verwickelte und sein Vertrauen gewann. So konnten wir erneut eine körperliche Auseinandersetzung vermeiden. Wir kamen zwar nicht an seine Schatzkiste ran, aber waren ja auf der Suche nach einer ganz anderen Größenordnung von Beute. Deg berichtete uns davon, dass es laut Wolfe auf dieser Insel einen Dämon gäbe, vor dem auch wir uns in Acht nehmen sollten, wenn wir die Höhle wieder verließen.
In einer Flurbiegung entdeckte Juri einen Geheimgang, der uns in einen unheimlichen Raum mit einem Altar in der Mitte führte. Die Statue dahinter zeigte ein furchterregendes Monster, das ein Steuerrad in seinen Händen hielt. Das dort eingravierte Rätsel »On the altar give to me, that which sets a demon free«. Aus linguistisch völlig hahnebüchenden Gründen hielt Fletcher das Wort Dämon für eine Form von Freibeuter. Tatsächlich scheint der Autor dieser Zeilen – und das kann ich als Kennerin mehrerer alter Sprachen nun wirklich beurteilen – seinen Irrtum geteilt zu haben. Denn mit der Assoziation Tod, Hinrichtung, Erhängen, Seilschlaufe konnten wir den Mechanismus starten.
Das Steuerrad hat sechs Griffe und jeweils eine kann man dem Dämon in die Hand geben. Die Sätze dazu schienen sich alle auf die Geschichte Wolfes zu beziehen, aber auch großes Unheil zu verkünden:
1: a damsel loved and lost
2: a pirate who paid the cost
3: a wheel and captains gold
4: sharp adventure for the bold
5: 18 graves tell every story
6: a burning molten glory
Wir kramten zur ersten Zeile in unseren Erinnerungen und jemand wusste, dass ein gewisser Gouverneur von Port Peril namens Lord Canessen einst mit einer Angelina verlobt war, die sich dann jedoch in einen Haru Safael verliebte und zu ihm floh. Canessen wurde ihrer jedoch habhaft und sperrte sie lebendig in einen Sarg ein, den Sirius Wolfe versteckt haben soll. Vielleicht hier?
Wir entschlossen uns, dass die Nummer drei fürs erste am attraktivsten klang und probierten sie aus. Es zeigte sich uns ein Geheimgang, der in ein üppig ausgestattetes Kapitänszimmer führte. Das prachtvolle Steuerrad an der Wand war mit einer Falle gesichert, die Juri jedoch entschärfen konnte und so ging es absolut rechtmäßig in unseren Besitz über. Ansonsten fanden wir in diesem Raum jedoch bis auf ein paar interessanten Notizen nichts von Wert und so hieß es das Rad des Dämons auf ein Neues zu drehen…

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rabea_kohnen

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