Dead Man's Jest

Logbuch des Kapitäns - 2

Logbuch der Bezebel, zwanzigster Eintrag des Kapitäns

Die Lage ist mal wieder aussichtslos. Und mit aussichtslosen Situationen kennen wir uns aus. Unser Kampf mit der Deathknell hatte uns angeschlagen, aber auch stolz zurückgelassen. Noch immer steckte jedoch so manchem das Grauen tief in den Knochen, die Captain Whalebones Geisterschiff verbreitet hatte. Man tritt schließlich nicht jeden Tag gegen eine lebende Legende an, wobei lebend hier vielleicht der falsche Begriff ist. Dabei waren es weniger die Zombiepiraten, der brutale Walfänger oder die Todesglocke, die meinen Leuten noch immer zu schaffen machen, es ist mehr die Erinnerung an die eigene Angst, an den nackten Horror, der so manchen erfasst hatte. Wir können uns glücklich schätzen, dass unsere Crew die Konfrontation, die erst mit der Zerstörung der unheimlichen Glocke endete, mit vergleichsweise geringen Verlusten überstanden hat. Das schaurige Klingeln werden die meisten aber noch lange Zeit noch in ihren Träumen hören.
Jede Freude darüber, noch am Leben zu sein, konnte auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir ein Leck in unseren Wasservorräten hatten und jedes weitere Überleben davon abhing, Frischwasser aufzunehmen. Die anderen Sorgen, die uns weiterhin drücken – der aufgenommene Kredit, die Suche nach Ruhm und Spesen, eine Mannschaft bei Laune zu halten und unsere Verluste in derselben wieder auszugleichen, wurden auch nicht leichter.Wir entschlossen uns also, unser Gluck auf Muntaku-Island zu versuchen und zumindest unsere Vorräte an Wasser aufzustocken. Um die Sache kurz zu machen: Wasser haben wir gefunden, aber auch einen Drakolisken, der uns ganz schön zugesetzt hat. Doch das ist nicht das Schlimmste. Kaum waren wir wieder an Board und bereit, die Segel wieder Richtung offene See zu setzen, da entdeckten wir einen gigantischen Viermaster unter Cheliax-Flagge, der uns den Weg durch den Wasserkanal versperrt. 20 Ballistae und eine Mannschaftstärke von locker 100 Mann, zwei große Katapulte und ein Name, der einem das Blut in den Adern gefrieren lässt. Wer legt sich schon mit dem ‚Dominator‘ an? Wir sind zu schwach, um uns zum Kampf zu stellen und zu groß, um ohne weiteres an ihm vorbei zu schlüpfen.
Dementsprechend ist unser Plan im besten Fall riskant, im schlimmsten Selbstmord, besticht aber durch seine Schlichtheit. Meine Rolle dabei ist denkbar einfach: Ich gehe an Land und starte eine kleine Lichtshow zur Ablenkung, während Fletcher, Juri und Liv an Board des Dominators gehen und sein Ruder sabotieren. Während die Leichenfreunde nach Norden schauen, schleicht sich die Bezebel an ihnen vorbei Richtung Meer und wenn der Steuermann hilflos an seinem lahmen Ruder dreht, schwimmen und fliegen wir alle zu unseren Planken zurück…

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rabea_kohnen

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